Zum zweiten Mal virtuelle Heeresschau an Österreichs Nationalfeiertag

Österreich begeht jährlich am 26. Oktober seinen Nationalfeiertag. Dazu gehört in der Regel auch ein Auftritt des Militärs, die sogenannte Heeresschau. Doch auch in diesem Jahr soll die Schau nur virtuell ablaufen, wie die Wiener Zeitung am Montag in ihrer Onlineausgabe berichtete. Begründet wird diese Entscheidung mit der COVID-19-Pandemie.

Demnach soll das österreichische Bundesheer in einem „Hybrid-Event“ seine Waffen und Fähigkeiten präsentieren. Dazu gehört dem Bericht zufolge neben mehr als drei Stunden Live-Übertragung des Senders ORF die Möglichkeit, online auf www.nationalfeiertag2021.at in verschiedene Rollen und Funktionen eines Soldaten zu schlüpfen. So soll ein virtueller Flug in einem Eurofighter-Cockpit möglich sein.

Am Nationalfeiertag sollen 100 Rekruten am Wiener Heldenplatz vereidigt beziehungsweise im österreichischen Sprachgebrauch angelobt werden. Die Heeresschau wird den Angaben nach live im TV übertragen. Der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner hat laut der Zeitung dazu aufgerufen, nicht zum Heldenplatz zu kommen, sondern das Ereignis am Bildschirm zu verfolgen.

Große Reichweite

Vor der Angelobung der Rekruten aus fast allen Bundesländern werden Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie Mitglieder der Bundesregierung Kränze am Äußeren Burgtor niederlegen, heißt es. Danach werden laut Wiener Zeitung zwei Eurofighter und ein Hercules-Transportflugzeug den Heldenplatz überfliegen und aus Letzterem Fallschirmspringer aussteigen. Ob die ABC-Einheiten des österreichischen Heeres ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, in dem sie zum Beispiel den Veranstaltungsort großflächig desinfizieren, wurde nicht berichtet.

Laut ORF-Regisseur Kurt Pongratz war das Publikumsinteresse am ersten hybriden Event im vergangenen Jahr groß, wie die Zeitung berichtet. Durchschnittlich seien 306.000 Zuschauer zu verzeichnen gewesen, was einem Marktanteil von 33 Prozent entspreche.

„Wir freuen uns auf eine spannende und interessante Veranstaltung“, wird Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) zitiert, die auch in Zukunft am hybriden Format festhalten will. Im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung nämlich eine „unglaubliche Reichweite“, und auf diese Weise könne auch das Zielpublikum besser erreicht werden.

Der Nationalfeiertag erinnert an den 26. Oktober 1956, an dem der Neutralitätsbeschluss des Bundesverfassungsgesetzes in Kraft trat. Zuvor waren am 25. Oktober 1955 die alliierten Truppen aus Österreich abgezogen, die das Land seit Ende des 2. Weltkrieges besetzt hatten. Das Datum wurde gewählt, um die Neutralität Österreichs und nicht den Truppenabzug zu unterstreichen. Erst seit 1967 ist der Tag offizieller Feiertag in Österreich, nachdem er bis 1965 als „Tag der Fahne“ begangen wurde.

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