Frankfurter Bahnhofsviertel: „Den Frankfurter Weg kann man in die Tonne kloppen“

Der Szenekenner und Fotograf Ulrich Mattner spricht im Interview über die Zustände im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Frankfurt – Der Konsum von Drogen auf offener Straße hat sich im Frankfurter Bahnhofsviertel von der Elbestraße vor allem in die Niddastraße verlagert. Dort halten sich an einem Nachmittag unter der Woche bis zu 100 Drogenkonsumierende auf beiden Seiten der Straße auf; etwa ein Dutzend liegt in verrenkter Position auf dem Bürgersteig, wo sich einzelne Pfützen gebildet haben.

Die Zustände im Bahnhofsviertel sind seit 20 Jahren nicht tragbar. Es geht hier manchen Leuten richtig dreckig. Frankfurt steht damit in Deutschland ziemlich alleine dar. Die Einwohnerzahl im Bahnhofsviertel hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Trotzdem flammen – wenn überhaupt – immer nur kurzfristig Proteste auf. Vielleicht ist das der Grund, warum die Stadt so wenig tut, um die Situation zu verbessern.

Die Prostitution verlagerte sich auch.

Auf einmal standen 100 Frauen aus Rumänien und Bulgarien auf der Straße, die sich prostituiert haben. Sie kamen aus den geschlossenen Bordellen. Damals hat man zum ersten Mal die Zuhälter aus diesen Ländern gesehen, die in den Laufhäusern nicht sichtbar sind. Die standen auf der anderen Straßenseite.

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