Facebook-Aktion gegen „Schädliche Netzwerke“ – Lob und Kritik: BW-Reaktionen auf Löschung der „Querdenken“-Konten

Facebook hat knapp 150 „Querdenken“-Kanäle und Gruppen gelöscht. Es ist nach Angaben des US-Konzerns die erste Aktion dieser Art weltweit. Sie löste ein geteiltes Echo in BW aus.

„Überfällig“ sei dieser Schritt gewesen, kommentierte Baden-Württembergs Antisemitismus-Beauftragter Michael Blume im SWR-Interview. Er begrüßte, dass der Internetkonzern Facebook Konten und Gruppen gelöscht hat, die in Verbindung mit der „Querdenken“-Bewegung stehen.

Über diese Accounts seien Anti-Impf-Verschwörungsmythen und auch Antisemitismus verbreitet worden, so Blume im SWR. „Ich halte das Querdenken-Netzwerk für gefährlich und wünsche mir auch, dass es endlich Ermittlungen zu Betrug und Geldwäsche in diesen Gruppen und Strukturen gibt.“

Ballweg kündigt Vorgehen gegen Löschung an

Im Gespräch mit dem SWR sagte Ballweg, dass die Löschung für ihn überraschend gekommen sei. „Wir sind eine friedliche Bewegung. Wir distanzieren uns von jeder Form der Gewalt“, so Ballweg. Auf den sozialen Netzwerken der „Querdenken“-Bewegung hätte es keinen Beitrag gegeben, der je von Facebook beanstanden worden sei. „Von daher kam die Löschung aus dem Nichts.“

Es entbehre nicht einer gewissen Ironie, dass die „Konten einer Bewegung, die sich für Meinungsfreiheit, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit einsetzt, so kurz vor der Bundestagswahl gelöscht wird.

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