Wie sehen die Symptome aus

Zusammengefasst treten überwiegend folgende Symptome auf:

  • Schlafstörungen wie Einschlaf- oder Durchschlafprobleme, Schlaf ohne Erholungseffekt
  • Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit, keine Zukunft, kein Ausweg aus Problemen
  • Gefühls- und Denkhemmungen, Blockaden, Kontakt- Schwierigkeiten
  • Ständige Stimmungsschwankungen von tief betrübt bis hocherfreut
  • Entschlusslosigkeit, Verlust von Kreativität und Ideen
  • Verständnisprobleme, Schwierigkeiten in der Auffassungsgabe
  • Ein Stimmungstief am Morgen, Aufhellen der Stimmung am Nachmittag und Abend
  • Mühsame Konzentration bis hin zur Unkonzentriertheit
  • Gefühl von Schuld
  • Eingeschränkte Fähigkeit zu riechen, schmeckt, hören, sehen und fühlen, die Sinne sind beeinträchtigt
  • Essstörungen zwischen Heißhunger und Appetitlosigkeit
  • Angststörungen, Angst da, wo keine nötig ist
  • Unkonzentriert
  • Sinnlosigkeit in allem, die Sinnfrage schlechthin
  • Sich selbst herabsetzen, abgewertetes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel
  • Mangelnder Antrieb, keine Unternehmungslust, Inflexibilität
  • Verstärkte Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität
  • Eingeschränkte Sinneswahrnehmungen bis hin zu Halluzinationen oder Gespenstern und Stimmen
  • Beschwerden wie Magenschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme
  • Undefiniertes allgemeines körperliches Missempfinden
  • Verhaltensstörungen, leichte Reizbarkeit, Kontaktschwierigkeiten, Kommunikationsprobleme
  • Probleme im zwischenmenschlichen Kontakten in der Familie, in der Freizeit oder im Beruf.

In sechs verschiedene Klassifikationen unterteilt der Fachmann grob auf den verschiedenen Ebenen des menschlichen Daseins den Symptomkomplex der Depression als Gefühl der Niedergeschlagenheit:

  • Emotional: Trübsinn, Gefühl der Gefühllosigkeit
  • Motivational: Entscheidungsunfähigkeit, Antriebsschwäche
  • Kognitiv: Denkhemmung, Grübelneigung
  • Vegetativ-physiologisch: Appetit-, Schlaf- und Verdauungsstörungen
  • Im Verhalten: Apathisch oder rastlos, Angstzustände
  • Körperlich: Konditionsschwäche, Rückenprobleme, Erschöpfung.

Der Verlauf der Erkrankung sowie der Schweregrad können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. 

Weitere Aspekte der Krankheit:

  • Depressionen können mehrere Monate lang und sogar Jahre andauern, sie können aber auch unbehandelt nur Tage und Wochen andauern.
  • Folge von Depressionen ist ein dramatischer Verlust an Lebensqualität. Sie erhöhen auch das Risiko, an anderen Leiden zu erkranken.
  • Depressionen verschlechtern deutlich auch den Verlauf aller anderen Erkrankungen.
  • Depressionen schwächen das Immunsystem und erhöhen die Anfälligkeit für andere Erkrankungen.
  • Wer einmal an Depressionen erkrankt, muss damit rechnen, dass sie mehrmals im Leben wiederkehren.
  • Die Erfolgsquote der Heilbarkeit ist hoch, wenngleich die Anfälligkeit dafür bestehen bleibt.
  • Antidepressiva sind häufig das Mittel der ersten Wahl gegen Depressionen.
  • Schlafstörungen vor allem als Folge von Depressionen führen zu einem enormen jährlichen Schaden in Milliardenhöhe. Schwere weltweite Katastrophen wie in Tschernobyl, das der Challenger oder Exxon Valdez sind auf Schlafstörungen zurückzuführen gewesen. Die Zeitrhythmen der inneren Uhr wurden missachtet, und die Verantwortlichen waren ermattet oder eingeschlafen.
  • Der riskante Umgang mit unserer inneren Uhr ist in vollem Ernst immer noch nicht in unserer Gesellschaft angekommen.
  • Schichtarbeit und Jetlag können zu Depressionen führen.
  • Zusammenhänge zwischen Depressionen, Schlafverhalten und Stress werden immer noch allzu leicht unterschätzt.
  • Der Umgang mit Depressionen wird immer natürlicher und gewöhnlicher, weil die medizinische Aufklärung voranschreitet und wir ein steigendes Wissen über Depressionen bekommen.
  • Es gibt mittlerweile Verfahren, mit deren Hilfe man Stoffwechselstörungen im Gehirn sichtbar machen kann. Das bedeutet: Die organische Struktur einer Depression wird sichtbar. Das ist ein Meilenstein in der Forschung.

Anhand der nun beschriebenen Symptome für Depressionen kann sich jeder selbst überprüfen. Beantworten Sie sich nachfolgende Fragen und werten Sie das Ergebnis gewissenhaft am Ende aus. Nehmen Sie dafür zwei Blatt Papier. Auf dem einen steht ein „Ja“, auf dem anderen ein „Nein“. Jedes Mal, wenn Sie mit Ja antworten, kommt das Ja-Blatt ein Strich. Antworten Sie mit Nein, folgt auf dem Nein-Blatt ein Strich.

Haben Sie mehr als siebenmal mit „Ja“ geantwortet, sollten Sie zumindest das einmal mit Ihrem Hausarzt. Möglicherweise ist es eine beginnende depressive Episode, die ja an und für sich noch nichts Schlimmes, geschweige denn eine Depression bedeuten muss. Unter Umständen kann der Arzt hier noch eine echte und tiefe Depression auffangen.

Haben Sie aber schon mit mehr als elfmal „Ja“ geantwortet, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie bereits an einer Depression leiden. Dann wird es höchste Zeit, über den Hausarzt zu einem neurologischen Facharzt zu kommen, der darüber entscheidet was konkret zu tun ist.

 Folgende Fragen sollten Sie sich gewissenhaft beantworten:

  • eine kurzzeitige Verstimmung oder hält meine Bedrückung schon länger an?
  • Sind Sie öfter mal niedergeschlagen, hauen Sie Kleinigkeiten gleich aus der Bahn?
  • Ist meine Leistungsfähigkeit bereits beeinträchtigt? Schaffe ich beispielsweise mein Arbeitspensum nicht mehr?
  • Vernachlässige ich meinen Haushalt oder mich selbst? Gehe ich zum Beispiel unrasiert oder ungeschminkt öfter mal zur Arbeit? Dusche ich nur noch alle zwei/drei Tage? Ist meine Wohnung nicht mehr aufgeräumt oder geputzt?
  • Vernachlässige ich Kontakte zu Freunden und Verwandten?
  • Habe ich zu nichts mehr Lust und kann ich mich nicht mehr so recht freuen und begeistern?
  • Bin ich plötzlich hyperaktiv und entwickle blinden Aktionismus?
  • Habe ich schon Angst vor dem Aufstehen und komme morgens nicht aus dem Bett?
  • Leben Sie seit einiger Zeit sinnlos in den Tag hinein?
  • Sind Sie in der letzten Zeit leicht reizbar und aggressiv?
  • Wachen Sie nachts öfter mal auf und können Sie nicht durchschlafen? Fühlen Sie sich morgens nach dem Schlafen unausgeschlafen?
  • Haben Sie öfter mal Rücken- oder Kopfschmerzen, Magenkrämpfe oder Durchfälle?
  • Ziehen Sie sich in Ihre eigene Wohnung oder in ein Zimmer zurück und möchten sich am liebsten abkapseln?
  • Trauen Sie sich nicht mehr in größere Menschenansammlungen oder Kaufhäuser und Aufzüge hinein?
  • Befürchte ich einen finanziellen Crash oder schwere Krankheiten?
  • Haben Sie öfter Schuldgefühle?
  • Gehen Sie häufig mit Kleinigkeiten zum Arzt, oder sind Sie bereits ein Hypochonder?
  • Hören Sie nachts Stimmen oder schrecken Sie nachts durch vermeintliche Bilder oder Gestalten im Zimmer auf?
  • Schleiche ich an Hauswänden entlang und suche Halt?
  • Rede ich alles mies und kann mich über nichts mehr freuen?

Wenn Sie ein Drittel der Fragen mit „Ja“ beantworten, dann empfehle ich Ihnen, dass Sie das Ihrem Hausarzt zumindest mitteilen und darüber reden.

Es könnte der Beginn einer Depression sein (muss aber nicht). Bei mehr als der Hälfte der Antworten mit „Ja“ sind Sie sehr wahrscheinlich depressiv. Dann empfehle ich Ihnen dringend professionelle Behandlung in Anspruch zu nehmen. Bitten Sie deshalb Ihren Hausarzt darum, Sie zu einem Nervenarzt zu überweisen. Denn nur der kann Ihnen Therapiestunden bei einem Psychotherapeuten verschreiben.

Und auch das ist nicht so einfach. Denn Sie brauchen zunächst die Zustimmung Ihrer Krankenkasse. Sie können leider nicht einfach zum Therapeuten rennen. Aber in der Regel wird der Sie auch aufnehmen, sofern er einen freien Platz hat, auch wenn das Verfahren bei der Kasse noch läuft. 

 

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