Was sind die Auslöser? Wer hilft? Was hilft?

Die Ursachen für den Auslöser einer Depression sind vielfältig. Manchmal ist es der Verlust eines nahen Angehörigen, des Partners. Jeder Mensch braucht Trauerbewältigung, der eine mehr, der andere weniger. Auch das kann ein Auslöser sein. Depressionen sind Zeichen von tiefen Lebenskrisen. Ausgepowert im Beruf, Burn-out, eine kaputte Beziehung oder die Sinnfrage des Lebens überhaupt sind weitere Gründe. Manche Menschen haben im Leben früh viel erreicht. Für sie gibt es plötzlich kein Fortkommen mehr.  Sie sind am Ende ihres beruflichen Aufstiegs, etwa Beamte, und sehen keine höheren Ziele mehr. Mit 40 schon das Ende der Fahnenstange zu erleben, wenn man gerade voll im Saft steht, ist nicht leicht verdaubar. So kann man schnell in eine Sinnkrise abstürzen.

Unverarbeitete Kindheitserinnerungen, Vergewaltigungen, Gewalt überhaupt –  auch alles dies kann Depressionen im späteren Leben auslösen. Der Tod eines starken Vaters kann die Initialzündung sein. Die Tochter bricht in Bulimie (Fress-/Kotzsucht) aus. Die Scheidung der Eltern kann Kinder in eine Krise stürzen.  Oft fühlen sie sich gar verantwortlich dafür und meinen, weil sie nicht „lieb“ gewesen seien, trennten sich die Eltern. Der Vater oder die Mutter sind Alkoholiker, drogensüchtig.  Die Kinder fühlen sich vernachlässigt, werden gar geschlagen.

Das sind traumatische Erlebnisse, die nicht selten später in Depressionen enden. Oft sind es auch unverarbeitete Geschichten, die dann tiefenpsychologisch wieder ausgekramt werden, um sie dann zu verarbeiten. Verhaltensstörungen gehören auch zu den Depressionen, etwa wenn jemand nicht mit Jähzorn und Aggressionen umgehen kann, Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen hat   oder auch gleichgeschlechtlich liebt. Nicht selten leiden gerade homosexuelle oder bisexuelle Menschen unter Depressionen, weil sie ein Schattenleben führen. Aber auch Mobbing am Arbeitsplatz kann Ursache für Depressionen sein. Depressiv können auch Frauen in den Wechseljahren werden, wenn sie ihre Fruchtbarkeit verlieren. Dann haben sie häufig das Gefühl, nicht mehr vollwertig zu sein.

Manche Frauen treibt das in den Wahnsinn bis hin zum Selbstmord.  Der Hormonhaushalt der Frau ist dann durcheinander, und nicht selten muss mit Medikamenten gegengesteuert werden. 

Aber es gehören immer mehrere Komponenten zusammen: der gestörte Stoffwechsel, eine erbliche Vorbelastung und/oder äußere Anstöße.

Wer hilft den Depressiven?

Doch wer hilft den vielen Depressiven? Hausärzte sind oft überfordert und erkennen viel zu spät das wahre Problem. Nur etwa die Hälfte der Depressionen wird beim Hausarzt festgestellt. Bis ein Depressionskranker in die richtigen professionellen Hände kommt, vergeht oft wertvolle Zeit, zumal dann, wenn die Betroffenen mit ihren Nöten nur schwer herausrücken.

Dazu kommt noch ein anderes Problem: Sie warten oft monatelang auf einen Therapieplatz und sind mit ihren Psychosen allein gelassen. Oft dauert es Monate, bis ein Depressiver therapiert werden kann. Nervenkliniken haben gleich lange Wartezeiten. Nur akut Selbstmord gefährdete Patienten kommen sofort in eine geschlossene Abteilung. Es gibt viel zu wenige Fachärzte, und die klagen auch noch über den fehlenden Nachwuchs.  Denn die Ausbildung zum Psychiater ist ein langwieriger Prozess.

Was hilft den Depressiven?

Grundsätzlich gibt es zwei große Ansätze:  die Psychotherapie in Gesprächsform –  einzeln oder in der Gruppe – und Antidepressiva als Medikamente. Aber auch eine gezielte Lichttherapie kann hilfreich aus dem Loch der Depression heraus sein. Andere Ansätze liegen darin, auch im Schichtbetrieb den Biorhythmus stärker zu berücksichtigen, die innere Uhr nicht ständig auszuschalten, den Jetlag bei   verantwortungsvollen Einsätzen stärker zu berücksichtigen.

Es gibt mittlerweile Großfirmen und Industriebetriebe im Schichtdienst, die diesen nun stärker   dem Biorhythmus der Mitarbeiter angepasst haben und damit effektiver fahren. Das hat zwar mancherorts zu erheblichen Umstellungen bis hin zum Fünf-Schichten- System geführt, schlägt sich aber in der Gesundheit der Mitarbeiter nieder, die plötzlich deutlich weniger an Depressionen erkranken.

 

Kommentar absenden