Vertraulichkeit und Abschlusstherapie

Das Prinzip der Vertraulichkeit ist oberstes Gebot in der Psychotherapie. Sowohl im Einzelgespräch wie in der Gruppensitzung gilt: Was besprochen wurde, geht nicht an Dritte. Der Patient selbst legt vorher fest, wer den Abschlussbericht bekommt, der Nervenarzt oder der Hausarzt oder wer auch immer.  Selbst die Krankenkasse bekommt nur einen verkürzten Report, wenn es um die Beantragung weiterer Termine geht. Will die Kasse mehr wissen, weil etwa die 250. Sitzung genehmigt werden soll, geht ein ausführlicherer Bericht nur vertraulich an den ärztlichen Dienst der Kasse.  So soll verhindert werden, dass etwa der Arbeitgeber tiefere Einblicke in die Psyche seiner Mitarbeiter bekommt und das möglicherweise bei Beförderungen oder Kündigungen still im Hinterkopf hat.

Wer längere Zeit in einer Nervenklinik stationär behandelt wurde – Regelaufenthalte liegen bei sechs Wochen, nicht selten bleiben Patienten aber acht bis zwölf Wochen im Durchschnitt hier – sollte schon während seines stationären Aufenthalts eine ambulante Weiterbehandlung in die Wege leiten. Dabei unterstützen einen auch die Klinik-Fachleute. Mit der Entlassung aus der Klinik ist es oft nicht getan. Je nachdem wie stark ausgeprägt die Depressionen waren, ist eine weitere Betreuung notwendig, vielleicht einmal wöchentlich bei einem Psychologen vor Ort. Manchmal reichen auch Abstände von 14 Tagen. Es gibt allerdings auch Patienten, die bis neun Monate und länger in der Klinik bleiben. In der Regel werden bis zu drei Monate von der Krankenkasse bewilligt, danach nur mit besonderem Antrag des behandelnden Arztes verlängert.

 

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